| PeNum's Praxis-Tipps - Der Weg zum besserem Verständnis der Technik des Fotografierens |
Digitale Panoramafotografie
- Teil II (Horizont und Perspektive)
| Der Horizont ist doch eigentlich waagrecht -- oder? | ||||
Jedem der schon mal Panoramen gerechnet hat, wird es schon passiert sein: Man kommt vom Fotografieren heim, freut sich beim Betrachten der Einzelbilder schon auf das fertige Ergebnis (man hat an alles gedacht: Stativ benutzt, Belichtung war richtig, auch genügend Überlappung wurde eingeplant) -- und könnte sich zehn Minuten später in den eigenen Hintern beißen... : Denn dass was bei der Vorschau des fertigen Panoramas zu sehen ist, ist zum Herumzeigen nicht sehr geeignet, da es aussieht, als hätte sich ein betrunkener Fotograf beim Aufnehmen der Einzelbilder an seinem Stativ festgehalten. ;-) Der Horizont gewölbt und die Gebäude, Masten, Laternen, etc. könnten Italiens schiefem Turm von Pisa ernsthaft Konkurrenz machen: Oder ... |
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| Vorbereitung | ||||
... man geht das Problem nochmals ganz von vorne an, startet Hugin und fügt die gewünschten Bilder im Reiter 'Bilder' hinzu. Dann ist es sehr empfehlenswert, sich den Ankerpunkt auf ein halbwegs mittiges Bild umzusetzen: Je kleiner der Wert, desto genauer liegen die Bilder schon übereinander -- und alles unter 1 ist hier schon einer der besten Werte die man erreichen kann: |
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| Horizont begradigen | ||||
Die Parameter einzeln zu optimieren bringt in diesem Fall nichts, denn die Punkte liegen schon fast exakt aufeinander wenn man das Ergebnis des Optimierers genau ansieht (das Maximum zwischen zwei Punkten ist nur etwas über einen Pixel!). Der Optimierer weiß ganz einfach nicht, dass es einen Horizont gibt, der gerade sein soll. Er ermittelt nur die beste Überlagerung der Bilder -- wie dabei die Bilder angeordnet sind ist ihm komplett egal. Die Lösung steckt in den Kontrollpunkten: PanoramaTools bietet grundsätzlich die Möglichkeit an, Punkte zu definieren, die im fertigen Panorama genau horizontal bzw. vertikal liegen sollen. Wenn man also Linien im Bild hat, von denen man weiß, dass sie waagrecht oder senkrecht sein sollen (der Horizont, Häuserkanten, Masten etc.), so kann man diese zusätzlichen Informationen berücksichtigen. Der Optimierer bekommt damit die Information, dass er nicht nur die Einzelbilder, sondern auch das Gesamtbild richtig hinschieben, drehen und wölben muss. Alles was man zu tun hat, ist zwei Bilder herzunehmen, in denen jeweils ein Punkt auf dieser geradezudrehenden Linie sichtbar ist. Bei diesem Beispiel wurden die Bilder 0 und 2 gewählt (man könnte auch andere nehmen, aber es schadet nicht, ein Bild dazwischen zu überspringen -- dann wird das Ergebnis etwas genauer und für den Optimierer leichter). Betrachtet man die Originalbilder, so stellt man fest, dass im Bild 2 Berge im Hintergrund zu sehen sind, bei Bild 0 jedoch nicht. Würde bei Bild 2 nun die Bergoberkante als Horizontpunkt hergenommen werden, würde man sehr schnell feststellen, dass kein ordentliches Ergebnis herauskommen kann (der Horizont und die Bergkante haben in der Realität ja eine deutlich unterschiedliche geografische Höhe. Deshalb bei beiden Bildern einen Punkt wählen, bei dem sich die Häuser am/im Horizont verlieren: Damit weiß PanoramaTools, dass diese Punkte nur auf einer Geraden (= auf gleicher Höhe) liegen sollen: Wenn die Kontrollpunkte gesetzt sind -- und noch bevor man nun ein weiteres Mal optimieren lässt -- gleich eine wichtige Umstellung: beim Schnelloptimierer wird 'Positionen und Ansicht' oder 'benutzerdefiniert' gewählt (und die Parameter Yaw (y), Pitch (p), Roll (r) und View (v) optimiert). Warum? Jetzt soll PanoramaTools auch die Neigung und das Rollen aller Einzelbilder selbst bestimmen (auch die des Ankerbildes). Würde man das nicht tun, so bedeutet das, dem Optimierer zwei gegensätzliche Bedingungen zu stellen:
Und das hätte dann die Folge, dass die Bilder nicht gedreht werden und daher der Kontrollpunktabstand der horizontalen Kontrollpunkte einfach sehr hoch bleibt. Aus diesem Grund muss also der Optimierer so eingestellt werden, dass der einzige fixe Parameter die horizontale Position des Ankerbildes ist (Yaw). Alles andere muss von PanoramaTools frei veränderbar (und somit im Optimierer angehakt) sein: Insofern diese Fläche einfach ignorieren, sie kann dann im fertigen Panorama leicht weggeschnitten werden. |
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| Perspektive korrigieren | ||||
Den nächsten Punkt könnte man sich bei unserem Beispielbild eigentlich sparen, da das Ergebnis auch jetzt schon sehr gut aussieht -- aber dass muss nicht bei allen Panoramen so sein. Denn manches Mal kommt es auch nach einem Geradedrehen des Horizonts noch vor, dass eigentlich senkrecht stehende Dinge im Bild noch geneigt sind -- entweder laufen dann Gebäude nach oben hin zusammen oder auseinander (je nachdem, ob man beim Fotografieren die Kamera nach oben oder unten gekippt hat). Diese 'stürzenden Linien' sind eine ganz normale Folge der Perspektive bzw. des Standpunkts des Fotografen. Zum Korrigieren sucht man sich nach dem Horizont ausrichten optimalerweise auch noch eine Linie im Bild, von der man sicher weiß, dass sie senkrecht sein muss. In unseren Panorama wäre das z.B. das schwarze Balkongeländer links und rechts. Bei diesen Beispielbildern können nun aber keine zwei verschiedenen Bilder zum Definieren der Punkte verwendet werden (da das Balkongeländer immer nur auf einem Bild zu sehen ist); man muss zweimal dasselbe Bild für die Punkte verwenden (hier zweimal Bild 0, das Balkongeländer links), was allerdings PanoramaTools bzw. Hugin nicht stört: Danach wieder optimieren lassen, und die Vorschau zeigt uns dann, was als Ergebnis rauskommen wird: Nun kann das Panorama in seiner gewünschten Endgröße gerechnet werden. |
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| Das Endergebnis und ein paar abschließende Bemerkungen | ||||
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Sollte also jemand beim Zusammenrechnen der Einzelbilder mit dem Horizont oder der Perspektive nicht auf Anhieb klar kommen, so helfen oft die speziellen Kontrollpunkte. Sie sorgen für ein Geradedrehen des gesamten Panoramas und für eine Perspektivenkorrektur. Neben dem generellen Ausrichten des Panoramas können sie aber noch zu zwei anderen Zwecken benutzt werden, da aber nicht unter Verwendung mehrerer Bilder gleichzeitig, sondern nur mit einer einzigen Aufnahme:
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| Links | ||||
Pablo d'Angelo et al. - Hugin Helmut Dersch - Original Panorama Tools Bernhard Vogel - Entzerrung und die unverstandene Horizontlinie J. Houghton - How to straighten horizons and correct verticals (engl.) Ben Kreunen - Big Ben's Panorama Tutorials (engl.) |
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| Schlusswort | ||||
An dieser Stelle meinen lieben Dank an unseren User Jo (u.A. Panoramaexperte) für den sehr gelungenen Beitrag und an unseren User onkelrudolf für die Zurverfügungstellung seiner Dresden-Bilder. |
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