 Abbildung 1: vorher / nachher
Anmerkung: Alle angegebenen Einstellungen sind leider nur Richtwerte, die von Bild zu Bild
verschieden sein können, abhängig von Auflösung (hier 5.0 Megapixel) und Motiv.
- Um das Bild auf die Bearbeitung vorzubereiten sollte die Helligkeit über "Bild" > "Anpassen"
> "Tonwertkorrektur" oder "Graduationskurven" korrigiert werden, sowie die Farben über "Bild" >
"Anpassen" > "Farbbalance" oder auch "Selektive Farbkorrektur" angepasst
werden (sofern nötig, nicht jedes Bild ist farbstichig).
- Leider eignet sich die Technik nicht sonderlich gut für platt wirkende Bilder. Dem kann
allerdings etwas abgeholfen werden, indem man vorher mit dem "Aufheller"- und "Abwedler"-Werkzeug
gezielt Kontraste bearbeitet (Schatten betonen mit dem Abwedler auf "Schatten", helle Bereiche
mit dem Aufheller mit der Einstellung "Lichter", jeweils mit einem eher geringen Belichtungswert
und weicher Kante unter den Pinseleinstellungen) und das Bild so künstlich plastischer werden lässt
-- etwa die Augenbrauen, Wangenknochen, bestimmte Falten, je nach Motiv, Geschmack und gewünschter Wirkung.
 Abbildung 2: Ein Ausschnitt links unbearbeitet,
rechts nachbearbeitet und so weniger platt
- Nach abgeschlossener Vorbereitung beginnt nun die eigentliche Bearbeitung:
In Ebenenfenster wählt man unter dem Reiter "Kanäle" den Kanal aus, der das beste Schwarzweißbild
liefern würde (oft "grün").
 Abbildung 3: Der Grünkanal wurde ausgewählt
(jetzt ist AUSSCHLIESSLICH er grau hinterlegt).
- Nun wird der ausgewählte Kanal als neue Ebene über das eigentliche Bild gelegt (Kanal ist
ausgewählt, "Strg + A" um ihn zu markieren, "Strg + C" um ihn zu kopieren, auf
"RGB" klicken -- jetzt ist das Bild wieder in Farbe sichtbar. Dann wieder zum Reiter "Ebenen"
zurück wechseln und schließlich "Strg + V" drücken, um den Kanal als
eigenständige Ebene über das Bild zu legen).
Danach stellt man den Modus dieser neuen Ebene von "Normal" auf "Überlagern"
und ihre Deckkraft auf meist 30--40% -- so stark, dass ein kontraststarkes, aber nicht völlig
übertriebenes Bild zu sehen ist. Wer sich nicht sicher ist, ob er den richtigen Kanal erwischt hat,
sollte die Prozedur mit einem anderen Kanal zum Vergleich noch einmal wiederholen, vielleicht eignet sich
dieser wider Erwarten besser. Fortgeschrittenen Benutzern sei empfohlen diese Kanalebene noch mit der
Tonwertkorrektur oder besser der mächtigeren Graduationskurve zu optimieren, um Helligkeit und
Grauwerte zu beeinflussen.
Danach wird das Bild unter "Ebenen" auf eine Ebene reduziert, das Komplizierteste ist nun geschafft ...
(Im Fall meines Beispielbildes war keine besonders starke Veränderung der Kanalebene erforderlich, die
Mitten der Kanalebene wurden hier über die Graduationskurve leicht aufgehellt)
 Abbildung 4: Vor und nach dem Einfügen des Kanals
- Jetzt wird die Bildebene dupliziert, indem man diese im Ebenendialogfenster per Drag-&-Drop auf das
kleine Symbol links neben dem Papierkorb zieht. Danach wird der Modus der oberen Ebene auf "Flüssiges
Licht" gestellt und der "Hochpass"-Filter ("Filter" > "Sonstige Filter") mit
einem Radius von etwa 3--4 auf sie angewendet (in meinem Fall waren es 3.1),
sowie das Bild wieder auf eine Ebene reduziert.
- Als nächstes wird der obere "Hochpass"-Vorgang wiederholt, jedoch mit einem Radius von 7--8,
dem Modus "Farbe" und einer verringerten Deckkraft von ~30%. Nicht vergessen, das Bild wieder auf
eine Ebene zu reduzieren.
- Danach wird wieder die Bildebene dupliziert und auf die Kopie der "Gausssche Weichzeichner"
("Filter" > "Weichzeichnungsfilter") mit einem
Radius von 5--6 angewendet. Die Deckkraft dieser oberen Ebene stellt man auf ~50--70% (so, dass das Bild nicht
detailarm, aber auch nicht überschärft wirkt).
Nun kann man die weichgezeichnete Ebene über den Augen sauber wegradieren, wenn man diese im Endeffekt
besonders betonen möchte. Häufig ist eine Zwischenlösung mit einem halb deckendem Radierer
praktikabel. Und dann ...?
Natürlich auf eine Ebene reduzieren!
(Wer möchte kann nun unter "Filter" > "Störungen" > "Störungen
hinzufügen" eine leichte Körnung hinzufügen, mir gefällt es nicht, weshalb ich
diesen Schritt ausgelassen habe).
 Abbildung 5: Der Einfluß der Hochpass-Operationen
- Jetzt erfolgt der Schritt mit den wohl größten Auswirkungen auf das Endergebnis, weshalb sich hier das
Herumprobieren und Optimieren besonders lohnt. Auf das Bild wird der "Unscharf Maskieren"-Filter angewendet
("Filter" > "Scharfzeichnungsfilter"), der Grenzwert sollte bei 0, der Radius bei 25 bis 30 stehen, die
Stärke hängt von Bild und Geschmack ab.
Fortgeschrittene User können nun bei Bedarf mit einem weichen Protokoll-Pinsel aufgetretene überstrahlende
Stellen wieder auf den Stand vor der Unscharfmaske oder sogar vor dem Weichzeichnen bringen.
 Abbildung 6: Nach der Kontrasterhöhung mit dem
Unscharf-Maskieren-Filter
- Nun empfiehlt sich noch eine Anpassung der Sättigung ("Bild" > "Anpassen" >
"Farbton/Sättigung"), so erforderlich.
- Zuletzt macht es sich oft gut, noch eine Sepiatönung hinzuzufügen ("Bild" >
"Anpassen" > "Fotofilter", dort Sepia als Farbton auswählen, die Deckkraft
betrug in meinem Fall 40%).
Fertig, das Endergebnis gab es bereits oben im "Vorher/Nachher"-Bild zu sehen.
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