| PeNum's Praxis-Tipps - Der Weg zum besserem Verständnis der Technik des Fotografierens |
Beauty-Retusche
im Rahmen des Studio-Workshops "Licht und Schatten"
von Andreas Stastny & Jürgen Wiedner
| Vorwort | ||
Der nächstwichtigste Grund nach der Nicht-Zerstörung der Daten ist die enorme
Flexibilität, die man durch Verwendung der oben genannten Möglichkeiten geboten
bekommt. Das ist vor allem bei aufwändigeren Montagen oder Retuschen mit sehr viel
Ebenen und Masken unverzichtbar, da im Laufe der Montage gewisse Bearbeitungen einander
beeinflussen. So kann z.B. mittels Einstellungsebenen bequem nachjustiert werden.Die folgenden Vorgangsweisen wurden unter Photoshop CS3 erstellt, es sollte allerdings bis auf Kleinigkeiten alles mit darunter liegenden Versionen nachvollziehbar sein. Diese kleine Abhandlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es entspringt nur meinen bisher angeeigneten Arbeitsweisen. Da auch in Photoshop viele Wege nach Rom führen gibt es für das eine oder andere Ziel bzw. Ergebnis meist verschiedene Herangehensarten. Die folgenden Beispiele zeigen also nur EINEN Weg zum Ziel. Grundvoraussetzung für eine gute Bildbearbeitung ist ein technisch gelungenes Foto. Es lässt sich heutzutage herrlich mit EBV "retten", ein sehr gutes Endergebnis erzielt man allerdings nur mit sehr gutem Ausgangsmaterial. Die verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten in diesem Skript stellen nur einen Ausschnitt dar; es können andere, weniger oder auch viel mehr notwendig sein - je nach gewünschtem Endergebnis. Weiters habe ich die Reihenfolge für die verschiedenen Bearbeitungen tlw. willkürlich gewählt (wobei zumindest Tonwert- und Farbkorrekturen relativ am Anfang der Bearbeitung passieren sollten - sie sind ein "Grundgerüst"). Diese Paletten sollten aktiv/offen sein: Ebenen, Kanäle, Protokoll, Info, Histogramm. Hier wird rein die Handhabung mit JPG's betrachtet. Speziell im Zusammenhang mit Studiofotografie sollte man aber bei JPG-Fotografie 1. auf richtige Belichtung und 2. auf korrekten bzw. gewünschten Weissabgleich achten, da starke Änderungen im reinen JPG schwierig bzw. nicht zufriedenstellend gemacht werden können (besser gesagt sind kleine Mängel/Unachtsamkeiten in Belichtung, Weissabgleich etc. im RAW-Entwickler viel bequemer und schneller behoben). Die Beispiele sind teilweise überzeichnet und übertrieben dargestellt um sie sichtbarer zu machen. Im realen würde es natürlich dezenter zugehen. ;-) | ||
| Beginn der Bearbeitung (mit evtl. Beseitigung von Störendem) | ||
IMMER Ebenenkopie anlegen!Die Hintergrundebene bzw. die unterste Ebene sollte unter allen Umständen unverändert bleiben! Also in der Ebenenpalette die Hintergrundebene mit gedrückter ALT-Taste auf "Neue Ebene" ziehen und am besten sinnvoll benennen wie z.B. "Ausbessern". In dieser "Ausbessern"-Ebene dann mit Stempel, Ausbessern-Werkzeug oder was auch immer für Werkzeugen die störenden Bildteile entfernen. Hier wurde eine Kombination aus Stempel und Ausbessern-Werkzeug verwendet. | ||
| Falten verringern, Ausbessern von Hautunreinheiten | ||
DAS Werkzeug für die leidigen Pickel, Wimmerl und Falten ist der Bereichsreperatur-Pinsel. Ein Klick auf das Wimmerl reicht und es wird unter Beachtung der umliegenden Bildbereiche an diese angepasst und daher ausgemerzt. Funktioniert super! Natalie's Haut ist benötigt allerdings kaum Korrekturen - es wurden nur ein paar Wimmerl mit dem Bereichs-Reperaturpinsel entfernt. Die "Ausbessern"-Ebene wurde kopiert und in dieser Kopie ("Haut reinigen") die Korrekturen vorgenommen. Daher ein anderes Bild zur besseren Veranschaulichung:
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| Tonwertkorrektur | ||
Als erstes: Anlegen einer Einstellungsebene für Tonwertkorrektur.
Anmerkung: Dasselbe kann mit einer Gradationskurve auch gemacht werden (Einstellebene). Vorteile: Veränderung von bis zu 16 Tonwertstufen statt nur Lichter, Tiefen, Mitten. Nachteile: etwas "kompliziertere" Handhabung | ||
| Farbtemperatur-Anpassung | ||
Man kann den Farbton eines JPG-Fotos auf mehrere Arten ändern, z.B. mit:
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| Hautton anpassen | ||
Beim für uns gewohnten europäischen Hautteint soll der Yellow-Anteil um 5-10% HÖHER sein als der Magenta-Anteil, keinesfalls darunter - ansonsten droht das typische "Schweinchen-Rosa". Mir ist zumindest bei vielen von meinen Fotos aufgefallen, dass fast immer ein Magenta-Überhang (steirisch ausgedrückt: "a rote Birn") besteht. Wer rein visuell beurteilt, der kann dies jetzt überspringen. Ich gebe nur zu bedenken, dass bei langer Arbeit UND vielleicht noch ohne Referenzfoto schnell "Betriebsblindheit" auftritt und keine objektive Farbbeurteilung möglich sein wird. Daher hier ein Arbeitsweise, wie man mittels Zahlen über die CMYK-Farben zum Ziel gelangen kann:
Die Info-Palette muss sichtbar sein. Dann bei den Werkzeugen die Pipette mit der rechten
Maustaste anklicken und das "Farbaufnahme-Werkzeug" auswählen.
Mit diesem Werkzeug setzen wir 3 Punkte (wird meist im Gesicht sein) auf der Haut: hier
auf der Stirn, der Wange und dem Kinn:
In diesen 3 Bereichen in der Palette klickt nun jeweils mit der rechten Maustaste auf das Pipettensymbol und wählt im Kontextmenü "CMYK-Farbe" aus. Danach lässt sich schön ablesen: leider sind die Magentawerte um einiges höher als Yellow anstatt niedriger. Das ändern wir nun mit einer Gradationskurven-Einstellungsebene (am besten benennen mit z.B. "Hautton").
Das Komplizierte an dieser Methode ist, dass man halbwegs die Farblehre kennen sollte.
Für den vorliegenden Zweck ist vor allem wichtig zu wissen, welche RGB-Farben welche
CMYK-Komplementärfarben haben:MEHR Rot = WENIGER Cyan MEHR Grün = WENIGER Magenta MEHR BLAU = WENIGER Gelb ... und umgekehrt (siehe Abbildung rechts). Als erstes wählen wir im Gradationskurven-Dialog den Grünkanal aus und heben diesen etwas an damit wir überschüssiges Magenta aus dem Bild rausbekommen. Danach heben wir den Rot-Kanal leicht an um den entstandenen Cyan-Stich rauszubekommen. Weiters hab ich den Blau-Kanal abgesenkt da ich dann mehr vom notwendigen Gelb erhalte. (Anmerkung: Da meist der Farbton des GESAMTEN Bildes davon mitbeeinflusst wird muss ggf. mit einer Ebenenmaske (hat standardmäßig jede Einstellungsebene) gearbeitet werden; ich habe es hier der Einfachheit halber nicht gemacht.)
Danach: Magenta/Yellow = 36/41 Das ist zwar schon etwas übers Ziel hinausgeschossen (mehr als 10% Plus von Gelb; aber dafür gibt’s die Deckkraftregelung und nachbessern kann man ja immer). Ich selbst tu mir etwas schwer mit dieser Methode aber sie ist jedenfalls ein hervorragendes Instrument, um wirklich objektiv eine gewisse Farbmischung zu schaffen. "Notfalls" verlass ich mich aber noch immer auf den visuellen Eindruck! | ||
| Haut glätten | ||
Wohl eines der umstrittensten Retusche-Themen. Wer aber schon mal für Bekannte (meist weiblichen Geschlechts...) "schöne" Portraitfotos machen durfte der wurde damit konfrontiert, dass die/der Fotografierte sich lieber in annähernd einem solchen Licht sehen wollte, wie uns das Werbung und Hochglanz-Magazine einbläuen: nämlich mit junger, makelloser und vielleicht (leider auch völlig) porenloser Haut. Daher ist die Hautglättung untrennbar mit Beauty-Retusche verbunden. Wie sehr man diese einsetzt bleibt einem selbst überlassen. Wichtig hierbei ist vor allem, mit WELCHER Methode man dies macht. Erste Wahl ist die Methode des "invertierten Hochpasses". Vorgehensweise:
Auch gibt es die Möglichkeit, mit z.B. "Gaußschem Weichzeichner" oder "Matter machen" über eine normale Ebenenkopie und Deckkraftregelung weichzuzeichnen. Dies wird aber ggf. etwas matschiger und daher nicht so gern eingesetzt. | ||
| Schatten aufhellen od. verstärken, Glanzlichter vermindern od. erzeugen | ||
Schatten und Lichter sind im 2-dimensionalen Bild die einzige Möglichkeit, Tiefe zu simulieren. Einmal "braucht" man mehr, dann wieder weniger und dann sogar neue Schatten (z.B. bei Montagen). Auch dies kann mit PS bewerkstelligt werden. Die einfachste Möglichkeit wäre mit Nachbelichter oder Abwedler die Stellen direkt zu bearbeiten. Nachteil: relativ schwer steuerbar, direkte änderung der Pixel. Es gibt aber eine besser steuerbare Methode, die "Dodge+Burn" nachahmt: Schatten aufhellen bzw. Glanzlichter erzeugen:
Dieselbe Vorgehensweise, nur eben mit schwarzer Farbe.
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| Colorieren von Augen und Lippen etc. | ||
Ich möchte hier die Lippen an die Farbe des Oberteiles angleichen und den Augen einen Grünton verpassen. Vorgehensweise:
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| Schärfen | ||
Meist verwende ich das übliche "Unscharf maskieren". Dies kann hier entweder auf der Ebene "Haut reinigen" (weil diese die letztvorhandene Bildebene ist) als Smartfilter angewandt werden oder die bisherigen (sichtbaren) Ebenen werden mit STRG+ALT+SHIFT+E auf eine zusammengefasst und der Filter dann benutzt. Eine andere Variante ist die Hochpass-Methode. Dazu benötigen wir wie vorhin eine zusammengefasste Ebene und eine Kopie davon, welche entsättigt wird. Der Radius sollte so niedrig sein (meist bis max. 2), dass nur mehr Kanten und keine Flächen mehr ersichtlich sind. Diese Ebene wird dann einfach mit "weiches Licht", "ineinanderkopieren" / "überlagern" oder "hartes Licht" verrechnet und die Deckkraft angepasst. So schafft man es recht gut, nur die Kanten zu betonen ohne die Flächen zuviel zu erwischen - genau darum geht’s ja meistens. Variationen für Scharfzeichnen gibt’s unzählige - da muss sich jeder selbst seine Favoriten raussuchen. | ||
| Schwarzweiss-Umwandlung, Tonung | ||
Die einfache Umwandlung in Graustufen, "Sättigung verringern" oder in "Farbton/ Sättigung" die Sättigung auf 0 zu bringen ist zwar nicht verboten - es werden aber die Farbinformationen immer im gleichen Verhältnis verteilt und daher ist praktisch keine individuelle Steuerung möglich. Wer selbst regeln will für den gibt’s anderes:
Getönt werden kann so ein SW-Bild (im RGB-Modus!) auf viele Varianten -
alle als Einstellungsebenen zu finden; Farbbalance ist einer meiner Favoriten da Tiefen,
Mitten und Lichter getrennt behandelt werden können. Relativ einfach tönen
lässt sich z.B.. über die Volltonfarbe oder auch über den Fotofilter. | ||
| Oft verwendete PhotoShop-Shortcuts und anderes nützliches "Handling" | ||
Gleich vorweg: Es gibt unzählige Tastenkombinationen (tlw. selbst gestaltbar), mit denen quasi der gesamte Arbeitsablauf erledigt werden kann. Profis verwenden die Maus praktisch nur mehr zum Auswählen und Malen in den Ebenenmasken. Die "Universaltasten" von Photoshop sind SHIFT, ALT und STRG. Nahezu jeder Klick oder jeder Shortcut hat mit einer dieser Tasten oder einer Kombination davon eine zusätzlich Funktion. Einfach überall dazuprobieren. Datei-/Oberflächenhandhabung:
Allgemein:
Navigation:
Werkzeuge (die wichtigsten):
Auswahl:
Ebenen und Ebenenmasken:
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| Schlusswort | ||
Das war's eigentlich auch schon von meiner Seite. Ich hoffe, ihr konntet ein bisschen profitieren von meinen Ausführungen. Macht's gut und bis zum nächsten Mal! An dieser Stelle meinen lieben Dank an unseren User juewiausgraz und an Andreas Stastny für den sehr gelungenen Beitrag zur Beauty-Retusche in PhotoShop. |
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